Kopf und Magen im Widerstreit: Was ist Seekrankheit eigentlich?
Die Vorstellung ist paradiesisch: an Deck einer Yacht liegen, die sanft über das türkisfarbene Wasser gleitet, eine leichte Brise im Gesicht und die Sonne am Himmel. Doch für viele schwingt bei diesem Traum eine leise Sorge mit: Was, wenn die Seekrankheit zuschlägt? Die Angst vor Übelkeit und Unwohlsein ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen vor einem Bootsurlaub zurückschrecken. Doch diese Sorge ist in den meisten Fällen unbegründet. Mit der richtigen Vorbereitung und dem Wissen um ein paar einfache, aber effektive Tricks lässt sich die sogenannte Kinetose meist vermeiden oder schnell in den Griff bekommen.
Dieser Leitfaden ist Ihr persönlicher Begleiter für ein Bootfahren ohne Übelkeit. Wir erklären Ihnen, was Seekrankheit überhaupt ist, und geben Ihnen eine Fülle von praktischen Tipps gegen Seekrankheit an die Hand - von der richtigen Ernährung vor dem Törn bis hin zu Sofortmaßnahmen an Bord. Denn Ihr Traum von einer unvergesslichen Reise auf dem Meer sollte nicht von einer kleinen Unstimmigkeit zwischen Kopf und Magen getrübt werden.
Ursachen und Symptome
Seekrankheit ist im Grunde ein 'Kommunikationsfehler' im Gehirn. Ihr Gleichgewichtsorgan im Innenohr spürt die Schaukelbewegung des Schiffes und meldet 'Bewegung'. Ihre Augen jedoch, die sich vielleicht auf ein unbewegtes Objekt im Schiffsinneren konzentrieren, melden 'Stillstand'. Dieser Widerspruch zwischen den Sinneswahrnehmungen verwirrt das Gehirn, das daraufhin Stresssignale aussendet. Die typischen Symptome sind:
Anfängliches Gähnen und Müdigkeit
Kalter Schweiß, Blässe
Leichter Schwindel und Kopfschmerzen
Gesteigerter Speichelfluss
Übelkeit bis hin zum Erbrechen
Die gute Nachricht: Der Körper kann sich an die Bewegung gewöhnen. Oft verschwinden die Symptome nach ein bis zwei Tagen von selbst.
Kurs auf Wohlbefinden: Was Sie schon vor der Reise tun können
Die beste Strategie gegen Seekrankheit ist die Prävention. Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie das Risiko, seekrank zu werden, erheblich reduzieren.
Ernährung und Flüssigkeitshaushalt
Ihre Ernährung am Tag vor und am Tag des Törns spielt eine große Rolle. Vermeiden Sie schwere, fettige oder stark gewürzte Speisen. Auch Alkohol, Kaffee und Nikotin können das Gleichgewichtssystem empfindlicher machen. Ideal sind leichte, kohlenhydratreiche Mahlzeiten wie Nudeln, Brot oder Kartoffeln. Ein völlig leerer Magen ist ebenso ungünstig wie ein überfüllter. Trinken Sie ausreichend Wasser oder Kräutertee, um hydriert zu bleiben.
Richtige Bootsplatzwahl
Wo Sie sich auf dem Boot aufhalten, hat einen großen Einfluss auf Ihr Wohlbefinden. Der stabilste Punkt eines Schiffes ist in der Mitte auf der niedrigsten Ebene, da hier die Hebelwirkung der Wellen am geringsten ist. Suchen Sie sich also einen Platz im Cockpit an Deck und in der Mitte des Schiffes. Vermeiden Sie es, lange unter Deck in der Kabine zu sein, besonders bei Seegang. Frische Luft und ein freier Blick auf den Horizont sind das A und O.
